Einblick in Capitol Hills KI-Toolbox: ChatGPT-Käufe übertreffen alle Konkurrenten zusammen

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Eine neue Analyse der Ausgabenaufzeichnungen des US-Repräsentantenhauses zeigt, dass OpenAIs ChatGPT das bei Kongressbüros mit Abstand dominierende KI-Tool ist. Es entfielen etwa 88 % der identifizierbaren KI-Ausgaben und 96 % der Transaktionen auf ChatGPT im Zeitraum bis zum 31. März 2026 (US-Ostküstenzeit). Dieses Ergebnis bietet einen seltenen, detaillierten Einblick, wie eine der größten Legislativkörperschaften der Welt generative KI-Tools für die tägliche Arbeit ihrer Mitarbeiter einsetzt – während gleichzeitig weiterhin grundlegende Fragen zu KI-Beschaffung, Sicherheit und Aufsicht in der gesamten Regierung untersucht werden.
So verteilen sich die Zahlen
Zwischen April 2025 und März 2026 gaben die Büros des Repräsentantenhauses mindestens 113.740 US-Dollar für namentlich genannte KI-Anbieter aus, so die Auswertung der Auszahlungsunterlagen. Davon entfielen auf ChatGPT-bezogene Käufe etwa 100.580 US-Dollar über 798 einzelne Transaktionen. Anthropics Claude, das zweithäufigste Tool, lag mit 13.160 US-Dollar über 37 Transaktionen weit zurück. Andere KI-Produkte tauchten in den Daten nur sporadisch auf, was unterstreicht, wie stark sich die frühe institutionelle Einführung auf eine einzige Plattform konzentriert.
Forschende, die die Auszahlungsdaten ausgewertet haben, weisen darauf hin, dass die Zahlen den tatsächlichen KI-Einsatz auf dem Capitol Hill wahrscheinlich unterschätzen. Die Summen umfassen keine kostenlosen Konten, keine KI-Funktionen, die in bestehende Software-Abonnements wie die Produktivitätssuite von Microsoft integriert sind, und auch nicht den Großteil der Ausgaben des Senats, die über ein separates Meldesystem erfasst werden. Der tatsächliche Umfang generativer KI im Kongress ist daher mit ziemlicher Sicherheit größer, als es die detaillierten Kaufunterlagen vermuten lassen.
Wofür die Mitarbeiter KI einsetzen
Mitarbeiter des Kongresses haben beschrieben, dass sie Chatbot-Tools nutzen, um lange Gesetzestexte zusammenzufassen, interne Vermerke zu entwerfen, Materialien für Ausschussanhörungen vorzubereiten, Gesetzesvorschläge zu analysieren und bei der Beantwortung der großen Menge an Bürgerkorrespondenz zu helfen, die in jedem Büro eingeht. Diese Aufgaben sind für kleine Legislativteams traditionell sehr zeitintensiv, und Mitarbeiter sagen, dass KI-Unterstützung es einfacher macht, mit der Informationsflut Schritt zu halten, die zu jedem Zeitpunkt durch die Institution fließt.
Mindestens 70 Büros des Repräsentantenhauses – etwa jedes sechste – nutzten im Untersuchungszeitraum identifizierbare KI-Tools, so die Analyse. Diese Einführungsrate zeigt, wie schnell generative KI von einer experimentellen Neuheit zu einem Standardbestandteil des Software-Toolkits für Legislativmitarbeiter geworden ist – ein Trend, der auch in anderen großen Organisationen und öffentlichen Einrichtungen zu beobachten ist.
Zugang und Plattformunterschiede
Der Zugang zu KI-Tools unterscheidet sich je nach Kammer. Laut internen Richtlinien erlauben die Büros des Senats derzeit die offizielle Nutzung einer bestimmten Reihe genehmigter Tools, während Anthropics Claude in dieser Kammer nicht für den offiziellen Gebrauch zugelassen ist. Im Repräsentantenhaus hingegen wird eine breitere Erprobung über mehrere Anbieter hinweg beobachtet, auch wenn ChatGPT bei den Tools, die in den detaillierten Ausgaben erscheinen, klar bevorzugt wird.
Früher im Jahr kündigte die General Services Administration, die die Beschaffung für Bundesbehörden verwaltet, eine Vereinbarung an, die ChatGPT regierungsweit zu einem stark reduzierten Preis über bestehende Beschaffungsverträge verfügbar macht. Diese Regelung ist getrennt von den detaillierten Ausgaben der Kongressbüros, die in dieser Analyse aufgeführt sind, spiegelt aber das breitere Bestreben wider, kommerzielle KI-Tools für Bundesbedienstete zugänglicher zu machen – auch durch kostengünstige oder kostenlose Onboarding-Programme, die die Einführung fördern sollen, während die Behörden längerfristige Nutzungsrichtlinien entwickeln.
Ein breiteres Technologierennen
Die Konzentration der Ausgaben auf eine Plattform erfolgt, während mehrere KI-Entwickler – darunter OpenAI, Anthropic, Google und Microsoft – weiterhin Angebote für Regierungs- und Unternehmenskunden verfeinern. Jedes Unternehmen hat spezialisierte Versionen seiner Modelle mit zusätzlichen Sicherheits-, Datenverarbeitungs- und Compliance-Funktionen für den institutionellen Einsatz entwickelt. Da Behörden und Legislativbüros mehr Erfahrung mit diesen Tools sammeln, wird erwartet, dass sich die Beschaffungsmuster weiterentwickeln. Analysten erwarten, dass sich die derzeitige Kluft zwischen führenden und nachgeordneten Anbietern verringern wird, wenn mehr Büros ihre KI-Kaufentscheidungen und Bewertungsprozesse formalisieren.
Für den Moment bieten die Auszahlungsdaten eine der klarsten öffentlich verfügbaren Momentaufnahmen davon, wie eine große Legislativinstitution generative KI in ihren täglichen Betrieb integriert – und liefern Forschern und Technologen, die die institutionelle KI-Einführung im weiteren Sinne untersuchen, eine nützliche Fallstudie.