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UN-Wissenschaftler warnen: KI-Rechenzentren werden bis 2030 mehr Wasser verbrauchen als 1,3 Milliarden Menschen

Jun 4, 20261 Min. Lesezeit
UN-Wissenschaftler warnen: KI-Rechenzentren werden bis 2030 mehr Wasser verbrauchen als 1,3 Milliarden Menschen

Zusammenfassung der Nachrichten

Ein wegweisender Bericht, der am 3. Juni 2026 vom United Nations University Institute for Water, Environment and Health (UNU-INWEH) veröffentlicht wurde, zeigt, dass die rasante Expansion der künstlichen Intelligenz-Infrastruktur beispiellosen Druck auf die kritischsten natürlichen Ressourcen des Planeten – Wasser, Land und Atmosphäre – ausübt.

Der Wasserfußabdruck von KI: Eine globale Abrechnung

Bis 2030 werden Rechenzentren, die weltweit KI-Workloads betreiben, voraussichtlich jährlich 9,3 Billionen Liter Wasser verbrauchen – mehr als doppelt so viel wie die rund 4,5 Billionen Liter im Jahr 2024. Um diese Zahl ins rechte Licht zu rücken, stellen die Forscher des UNU-INWEH fest, dass 9,3 Billionen Liter den gesamten Trinkwasserbedarf aller Menschen auf der Erde (8,1 Milliarden Menschen) für etwa 1,6 Jahre decken würden. Der Bericht vergleicht die prognostizierte Zahl auch mit dem grundlegenden häuslichen Wasserbedarf der 1,3 Milliarden Menschen, die in Subsahara-Afrika leben, für ein ganzes Jahr.

Wasser wird in Rechenzentren hauptsächlich zur Kühlung verwendet: Gekühltes Wasser zirkuliert durch Serverhallen, und Verdunstungskühltürme geben große Mengen in die Atmosphäre ab. Da die Trainings- und Inferenz-Workloads von KI-Modellen exponentiell wachsen, steigt auch der Kühlbedarf. Der Bericht stellt fest, dass in vielen Regionen mit starkem Wachstum diese Wasserentnahme aus denselben Grundwasserleitern und Flusssystemen erfolgt, die die Landwirtschaft und die lokale Trinkwasserversorgung unterstützen.

Strombedarf und CO2-Emissionen

Die gleiche Analyse prognostiziert, dass der globale Stromverbrauch von Rechenzentren bis 2030 fast doppelt so hoch sein wird und 945 Terawattstunden (TWh) pro Jahr erreicht. Bis dahin werden voraussichtlich allein KI-Workloads etwa 40 % des gesamten Strombedarfs von Rechenzentren ausmachen – ein starker Anstieg gegenüber den heutigen Werten. Die Erzeugung dieser Strommenge wird schätzungsweise jährlich etwa 399 Millionen Tonnen Kohlendioxidäquivalent produzieren, vergleichbar mit den gesamten jährlichen Emissionen einer großen Industrienation.

Landnutzung und Elektroschrott

Neben Energie und Wasser hebt der UNU-INWEH-Bericht zwei weitere Ressourcenbelastungen hervor, die weniger öffentliche Aufmerksamkeit erhalten. Erstens wird prognostiziert, dass die physische Fläche von Rechenzentrumskomplexen – einschließlich der Einrichtungen selbst, der umliegenden Pufferzonen und der zugehörigen Energieinfrastruktur – bis 2030 14.500 Quadratkilometer überschreiten wird. Zweitens könnten die schnellen Hardware-Aktualisierungszyklen, die durch den KI-Wettbewerb angetrieben werden, bis 2030 jährlich bis zu 2,5 Millionen Tonnen Elektroschrott erzeugen, von dem ein Großteil derzeit in einkommensschwachen Volkswirtschaften mit begrenzten Umweltschutzmaßnahmen verarbeitet wird.

Geografische Konzentration und Auswirkungen auf die Gemeinschaft

Eine der deutlichsten Erkenntnisse des Berichts betrifft den Standort von Rechenzentren. Dr. Mir Matin, Manager des Geospatial, Climate and Infrastructure Analytics Programme des UNU-INWEH, betonte, dass die Einrichtungen häufig in Regionen errichtet werden, die bereits unter erheblichem Wasserstress leiden. Die Gemeinden, die in der Nähe dieser Anlagen leben, tragen oft die Umweltkosten – sie konkurrieren um knappe Wasserressourcen –, während sie wenig direkten Nutzen aus den KI-Diensten ziehen, die die Zentren unterstützen.

Effizienzsteigerungen und der Rebound-Effekt

Die Forscher räumen ein, dass die Hardware-Effizienz im letzten Jahrzehnt erheblich zugenommen hat. Moderne KI-Beschleuniger und Flüssigkühlsysteme verbrauchen pro Berechnung deutlich weniger Energie und Wasser als ihre Vorgänger. Der Bericht warnt jedoch, dass die Effizienzsteigerungen durch das schiere Wachstum der KI-Implementierung immer wieder übertroffen wurden – eine Dynamik, die manchmal als „Rebound-Effekt“ bezeichnet wird. Da einzelne Operationen billiger werden, skaliert die Gesamtnachfrage schneller, als sich Einsparungen ansammeln.

Hintergrund und Umfang des Berichts

Der UNU-INWEH-Bericht, der am 3. Juni 2026 um 9:00 Uhr Eastern Time veröffentlicht wurde, fasst Daten aus akademischer Literatur, Branchenoffenlegungen und der eigenen Geodatenmodellierung des Instituts zusammen. Er befasst sich mit den operativen Fußabdrücken von Rechenzentren weltweit, mit besonderem Augenmerk auf Regionen in Asien, dem Nahen Osten und Teilen Afrikas, in denen die Expansion der KI-Infrastruktur beschleunigt wird. Das Institut ist Teil des breiteren Systems der Vereinten Nationen Universität und konzentriert sich auf Wassersicherheit, Umweltschutz und nachhaltiges Ressourcenmanagement.

Ausblick und Empfehlungen

Der Bericht fordert keine Einschränkungen der KI-Entwicklung, sondern fordert politische Entscheidungsträger, Technologiebetreiber und Investoren auf, von Anfang an Bewertungen der Ressourcenauswirkungen in die Planung von Rechenzentren zu integrieren. Zu den wichtigsten Empfehlungen gehören obligatorische Offenlegungen zum Wasserstress für neue Einrichtungen, stärkere Anreize für geschlossene Kühlsysteme, die den verbrauchenden Wasserverbrauch minimieren, und größere Transparenz bei der unternehmerischen Umweltberichterstattung für KI-Infrastruktur.

Da die KI-Fähigkeiten weiter voranschreiten und die Akzeptanz in allen Branchen zunimmt, rücken die physischen Ressourcenanforderungen, die diesem Wachstum zugrunde liegen, immer stärker in den Fokus. Die Erkenntnisse des UNU-INWEH verleihen einer Diskussion, die sich weitgehend auf den algorithmischen Fortschritt konzentriert hat, ein maßgebliches wissenschaftliches Gewicht – und lenken die Aufmerksamkeit auf die Flüsse, Grundwasserleiter und Stromnetze, die all dies ermöglichen.

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