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SoftBank sagt 75 Milliarden Euro zu, um Frankreich zu Europas Hauptstadt für KI-Rechenleistung zu machen

Jun 1, 20261 Min. Lesezeit
SoftBank sagt 75 Milliarden Euro zu, um Frankreich zu Europas Hauptstadt für KI-Rechenleistung zu machen

Zusammenfassung der Nachrichten

SoftBank Group hat eine wegweisende Verpflichtung angekündigt, KI-Rechenzentrumskapazitäten von bis zu 5 Gigawatt (GW) in ganz Frankreich aufzubauen, unterstützt durch eine Investition von bis zu 75 Milliarden Euro (ca. 87 Milliarden US-Dollar) – die bisher größte Zusage des japanischen Mischkonzerns für KI-Infrastruktur in Europa. Die Ankündigung erfolgte am 31. Mai 2026 (Mitteleuropäische Zeit) und fiel mit dem jährlichen französischen Investitionsgipfel "Choose France" zusammen, der von Präsident Emmanuel Macron im Schloss Versailles ausgerichtet wurde.

Deal-Struktur und gestaffelter Rollout

Die Verpflichtung von 75 Milliarden Euro ist in zwei Phasen unterteilt. Phase 1, die bereits bestätigt ist, sieht die Zuweisung von 45 Milliarden Euro für die Bereitstellung von 3,1 GW KI-Rechenzentrumskapazität in der Region Hauts-de-France bis 2031 vor. Phase 2 umfasst zusätzliche Standorte im ganzen Land, die letztendlich das volle Ziel von 5 GW erreichen sollen. SoftBank beschrieb das Gesamtprogramm als Stärkung der Rolle Frankreichs als "führender europäischer Knotenpunkt für digitale Infrastruktur der nächsten Generation".

Standortauswahl

Die Entwicklung von Phase 1 wird sich auf drei Standorte in Nordfrankreich konzentrieren: Dünkirchen (Dunkerque), Bosquel und Bouchain. Dünkirchen ist aufgrund seines etablierten Industriehafenclusters und seiner bestehenden Logistikinfrastruktur besonders hervorzuheben, was es gut für den Bau und Betrieb von Rechenzentren im großen Maßstab geeignet macht. SoftBank hat angedeutet, dass im Zuge der Planung von Phase 2 weitere Standorte in ganz Frankreich identifiziert werden.

Strategische Produktionspartnerschaft mit Schneider Electric

Parallel zur Investitionsankündigung gab SoftBank eine strategische Partnerschaft mit Schneider Electric bekannt, um im Hafen von Dünkirchen einen industriellen Produktionscluster im großen Maßstab zu errichten. Innerhalb dieses Clusters wird SoftBank eine Anlage zur Herstellung von Rechenzentrumseinschüben betreiben, während Schneider Electric eine angrenzende Anlage für die Integration von Rechenzentrums-Strommodulen betreiben wird. Die Zusammenarbeit kombiniert SoftBanks Expertise in den Bereichen Robotik und Automatisierung mit dem industriellen Know-how und dem europäischen Lieferkettennetzwerk von Schneider Electric, mit dem ausdrücklichen Ziel, eine stärker lokalisierte und widerstandsfähigere Lieferkette für Komponenten der KI-Infrastruktur innerhalb Europas aufzubauen.

Warum Frankreich? Der Energie-Vorteil

Ein zentraler Faktor bei der Standortwahl von SoftBank ist das Atomstromnetz Frankreichs, das eine der stabilsten, kohlenstoffärmsten und kostengünstigsten Stromversorgungen in Europa bietet. KI-Rechenzentren gehören zu den energieintensivsten Einrichtungen der Welt; die Sicherung einer zuverlässigen Stromversorgung mit geringen Emissionen im großen Maßstab ist eine kritische Betriebsanforderung. Frankreichs Stromerzeugungsmix – stark auf Kernenergie ausgerichtet – erfüllt sowohl die Zuverlässigkeits- als auch die Nachhaltigkeitsanforderungen, die für hyperskalare KI-Infrastrukturen unerlässlich sind. Dieser Energie-Vorteil hat Frankreich zunehmend von anderen potenziellen europäischen Gastländern abgehoben.

Zitate von Schlüsselpersonen

Masayoshi Son, Chairman und CEO von SoftBank, formulierte die Investition in breiten technologischen Begriffen: "KI tritt in eine neue Ära ein, und die Länder, die die Infrastruktur für diesen Wandel aufbauen, werden die Zukunft der Technologie, der Industrie und der Gesellschaft gestalten."

Roland Lescure, französischer Minister für Wirtschaft, Finanzen und industrielle, energetische und digitale Souveränität, hob die strategische Bedeutung des Deals hervor: "SoftBanks Entscheidung, massiv in KI-Rechenzentren in Frankreich zu investieren – eine Premiere für den Konzern in Europa – ist ein Beweis für die Ambition von Präsident Emmanuel Macron, Frankreich als führendes Ziel entlang der gesamten KI-Wertschöpfungskette zu positionieren. Sie spiegelt die erheblichen Vorteile unseres Landes wider: schneller Zugang zum zuverlässigsten Stromnetz Europas, ein starkes digitales und industrielles Ökosystem mit qualifizierten Arbeitskräften und eine Regierung, die im Einklang mit lokalen Behörden und Stakeholdern zusammenarbeitet, um Verfahren für strategische Projekte zu beschleunigen."

Technischer Maßstab im Überblick

Fünf Gigawatt Rechenzentrumskapazität sind im Branchenmaßstab eine beachtliche Zahl. Ein einzelner moderner Hyperscale-KI-Rechenzentrum-Campus kann unter Spitzenlast zwischen 100 und 500 Megawatt verbrauchen. Ein 5-GW-Ausbau über mehrere Standorte hinweg würde Dutzenden solcher Campus entsprechen und könnte Hunderttausende von KI-Beschleuniger-Chips beherbergen. Das Ziel von 2031 für die anfängliche Phase von 3,1 GW spiegelt den mehrjährigen Horizont wider, den Genehmigungs-, Infrastrukturaufbau- und Beschaffungsfristen für Projekte dieser Größenordnung typischerweise erfordern.

Breiterer Kontext: Europas Wettlauf um KI-Infrastruktur

Der SoftBank-Deal ist der jüngste in einer Reihe von großen Investitionszusagen für KI-Rechenzentren in Europa, da Technologieunternehmen ihren Aufbau der physischen Computing-Schicht, die moderne KI-Systeme untermauert, beschleunigen. Das Training und der Betrieb großer KI-Modelle erfordern enorme Mengen an spezialisierter Computerhardware – hauptsächlich Grafikprozessoren (GPUs) und kundenspezifische KI-Beschleuniger –, die in Einrichtungen mit erheblichen Strom- und Kühlsystemen untergebracht sind. Mit dem Wachstum der KI-Workloads ist die Nachfrage nach dieser Infrastruktur weltweit gestiegen.

Frankreich hat sich als besonders aktiver Teilnehmer im Wettbewerb um die Anziehung dieses Kapitals erwiesen. Der Gipfel "Choose France" ist zu einem wichtigen Treffpunkt für große ausländische Investitionszusagen geworden, und die SoftBank-Ankündigung ergänzt eine wachsende Liste von Infrastrukturgeschäften. Für SoftBank, das über seine Vision Fund-Vehikel erhebliche Technologiebeteiligungen verwaltet, stellt der Aufbau physischer KI-Infrastruktur eine direkte Investition in die langfristige Expansion der KI-Compute-Nachfrage dar.

Bedeutung für das europäische KI-Ökosystem

Über die reine Kapazität hinaus haben Investitionen dieser Größenordnung breitere Auswirkungen. Der lokale Bau von Rechenzentren treibt die Nachfrage nach Ingenieurstalenten, Bauarbeitern und der Herstellung spezialisierter Ausrüstung an – Bereiche, in denen die Partnerschaft mit Schneider Electric direkt relevant ist. Mit der Zeit kann die Verfügbarkeit großer, lokal betriebener KI-Compute-Kapazitäten europäische Technologieunternehmen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen unterstützen, die KI-Anwendungen entwickeln und einsetzen möchten, ohne sich ausschließlich auf nicht-europäische Cloud-Infrastrukturen verlassen zu müssen.

Die SoftBank-Ankündigung wurde am 31. Mai 2026 (Mitteleuropäische Zeit) über eine offizielle Pressemitteilung veröffentlicht und von internationalen Technologie- und Wirtschaftsmedien wie CNBC, Bloomberg, TechCrunch und Data Center Dynamics breit berichtet. Die Primärquelle ist im offiziellen Newsroom der SoftBank Group verfügbar.

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