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OpenAI stellt Sora sechs Monate nach dem Start ein, während Disneys Milliarden-Wette scheitert

Mar 25, 20261 Min. Lesezeit
OpenAI stellt Sora sechs Monate nach dem Start ein, während Disneys Milliarden-Wette scheitert

Nachrichtenzusammenfassung

Am Dienstag, dem 24. März 2026 (18:15 Uhr ET), gab OpenAI eine überraschende Ankündigung bekannt, dass es Sora, seine KI-gestützte Videogenerierungsplattform, nur sechs Monate nach der Einführung der eigenständigen App einstellt. Die Entscheidung markiert eine dramatische Kehrtwende für ein Produkt, das einst weltweit Schlagzeilen machte und eine wegweisende Partnerschaft mit einem der größten Namen der Unterhaltungsbranche sicherte.

Ein kurzes, aber turbulentes Leben

OpenAI stellte Sora erstmals im Februar 2024 vor und präsentierte ein Text-zu-Video-Modell, das in der Lage war, aus einfachen Textaufforderungen verblüffend realistische Aufnahmen zu erstellen. Die erste öffentliche Version folgte im Dezember 2024, und Ende September 2025 brachte OpenAI eine komplett neu gestaltete eigenständige App – Sora 2 – mit noch höherer Videoqualität, nativer Audiofunktionalität und präziserer Physik-Rendering auf den Markt. Innerhalb weniger Tage nach der Veröffentlichung toppte die App die Charts des Apple App Store in der Kategorie Foto & Video und überschritt in weniger als fünf Tagen eine Million Downloads, was die frühe Dynamik von ChatGPT selbst übertraf.

Warum zieht sich OpenAI zurück?

OpenAI nannte die Ressourcenallokation als Hauptgrund für die Einstellung. In einer Erklärung sagte ein Sprecher des Unternehmens, dass das Sora-Forschungsteam sich auf die "Erforschung von Weltsimulationen zur Weiterentwicklung der Robotik konzentrieren wird, die Menschen bei der Lösung realer, physischer Aufgaben helfen wird". Das Unternehmen räumte ein, dass es Kompromisse bei Produkten eingehen müsse, die hohe Rechenkosten verursachen.

CEO Sam Altman soll den Mitarbeitern intern mitgeteilt haben, dass die Einstellung von Sora kritische Rechenressourcen freisetzen würde, um die Entwicklung von KI-Modellen der nächsten Generation zu beschleunigen. Die Entscheidung steht auch im Einklang mit der angeblichen Strategie von OpenAI, sein Portfolio an Verbraucherprodukten vor einem erwarteten Börsengang (IPO) zu straffen und die Bemühungen auf Coding, Reasoning und unternehmensorientierte Tools zu konzentrieren – Bereiche, in denen der Konkurrent Anthropic und seine Claude-Modellfamilie eine steigende Akzeptanz bei Unternehmen und Entwicklern verzeichnen.

Der Disney-Deal platzt

Die vielleicht folgenreichste Nebenwirkung der Einstellung von Sora ist das Scheitern der Partnerschaft von OpenAI mit The Walt Disney Company. Der im Dezember 2025 angekündigte Deal hatte Disney sowohl als Lizenzpartner als auch als geplanten Investor in Höhe von 1 Milliarde US-Dollar in OpenAI positioniert. Im Rahmen der Vereinbarung sollten Disney-Charaktere – darunter Micky Maus und Aschenputtel – auf Sora verfügbar sein, und von Fans generierte KI-Videos sollten auf Disney+ erscheinen. Diese Vision ist nun tot.

In einer Erklärung gegenüber mehreren Medien sagte ein Disney-Sprecher, dass das Unternehmen die Entscheidung von OpenAI, das Videogenerierungsgeschäft aufzugeben, respektiere und weiterhin mit anderen KI-Plattformen zusammenarbeiten werde, um neue Wege zu finden, Fans zu bedienen und gleichzeitig das geistige Eigentum und die Rechte der Schöpfer zu wahren.

Hollywood reagiert

Die Einstellung erfolgt zu einem komplizierten Zeitpunkt für die Beziehung Hollywoods zur KI. Sora hatte bereits bei seiner Einführung heftige Kontroversen ausgelöst und zu Vorwürfen der Urheberrechtsverletzung und Befürchtungen vor massiven Verdrängungen in der Kreativbranche geführt. OpenAI sah sich zunächst mit Gegenwind konfrontiert, da eine Richtlinie die Urheberrechtsinhaber dazu verpflichtete, ihre Zustimmung zu geben, damit ihre Abbilder oder ihr geistiges Eigentum in generierten Videos verwendet werden. Regisseur Tyler Perry hatte 2024 bekanntlich eine Studioerweiterung im Wert von 800 Millionen US-Dollar gestoppt und die Bedrohung durch Sora für die Branche angeführt.

Einige in der Kreativszene feiern nun die Nachricht. Branchenanalysten warnen jedoch, dass die durch den Rückzug von Sora entstandene Wettbewerbslücke schnell gefüllt werden könnte. Konkurrierende Plattformen – darunter Runway, Luma, Kling und Minimax – bleiben in Betrieb. Google, das selbst mit IP-Klagen von Disney und anderen konfrontiert war, wird nun als einer der wenigen Akteure mit der nötigen Größe angesehen, um den KI-Videobereich zu dominieren.

Was passiert mit den Nutzerinhalten?

OpenAI bestätigte in seiner Ankündigung, dass es spezifische Zeitpläne für die Einstellung der App und der API bekannt geben wird und prüft Möglichkeiten, Nutzern beim Export und der Sicherung ihrer Arbeit zu helfen. Zum Zeitpunkt dieses Berichts wurde kein festes Enddatum genannt.

Ausblick

Trotz der Einstellung von Sora hat OpenAI die Videogenerierung nicht gänzlich aufgegeben. Berichten zufolge könnten einige Videofunktionen weiterhin im breiteren ChatGPT-Ökosystem existieren. Klar ist, dass OpenAI eine bedeutende strategische Neuausrichtung durchläuft – es schärft seinen Fokus auf Unternehmenssoftware, KI-Coding-Tools und die Entwicklung einer einheitlichen "Super-App", auch wenn es auf allen Fronten mit zunehmendem Wettbewerb und intensiverer Prüfung konfrontiert ist.

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